Fotos veröffentlichen: Plattformen und Techniken

Seine eigenen Fotos veröffentlichen ist heute so einfach geworden dass es jeder sogar jeder mit einem Smartphone machen kann. Zahlreiche Anbieter ringen um Likes, Engagements und Kommentare, denn Traffic ist wichtig! Und so trieb die Konkurrenz die Entwicklung voran und ließ einen großen Markt entstehen.

Fast jeder Wunsch wird inzwischen abgedeckt wenn es um die Veröffentlichung von Fotos geht. Es gibt coole Communities, professionelle Fotoplattformen, Internetseiten und andere. Wer heute seine eigenen Fotos veröffentlichen möchte der hat die Qual der Wahl, sei es:

  • auf den zahlreichen Social Media Plattformen wie Instagram, Facebook, Twitter, WhatsApp, Snapchat, Pinterest
  • in Foto Communitys wie 500px, Flickr, EyeEM, Fotocommunity
  • auf einer eigenen Internetseite oder einem professionellen Blog
  • in Fotografie-Foren und andere

Als langjähriger Hobbyfotograf habe ich im Laufe der Jahre die meisten Medien und Plattformen ausprobiert und möchte dir zu diesen einige Details und Empfehlungen geben.

https://www.instagram.com/p/Bj4_-z4HuPj/

Das Rechtliche zuerst

Bevor wir mit der tatsächlichen Veröffentlichung deiner Fotos starten möchte ich dir noch einen wichtigen Hinweis zu rechtlichen Seite geben. Das hier ist keine rechtlichen Beratung und ich bin auch kein Anwalt, nehme diese Hinweise als Anstoß für eine erweiterte professionelle Beratung. Es gibt zahlreiche Artikel und Publikationen zum Thema Veröffentlichung von Bilder die auch kostenlos sind.

Den vielleicht häufigsten Fehler bei Veröffentlichen von persönlichen Fotos ist das Publizieren ohne Einverständnis. Grundsätzlich muss jede Person die auf einem Bild abgebildet ist einer Veröffentlichung zustimmen. Es gibt zwar Ausnahmen wie zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltung, aber auch hier darf keine Person im Mittelpunkt stehen oder hervorgehoben werden.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Veröffentlichung von “Bilder aus dem Internet”. Bilder, auch wenn sie frei im Netz zu finden sind, sind urheberrechtlich geschützt. Diese dürfen nicht einfach gespeichert und veröffentlicht werden. Eine Weiterleitung in Form von “Teilen” hingegen ist in der Regel erlaubt.

https://www.instagram.com/p/Bf6Uc9ZlIib/

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Publikation von Bilder aufgenommen auf privatem Grundstück. Wenn laut der Panoramafreiheit in Deutschland die Veröffentlichung von öffentlichen Straßen erlaubt ist, ist die Veröffentlichung geschützter Motive vom privaten Grundstück nicht erlaubt. So muss eine Veröffentlichung von Fotos vom Eibsee zum Beispiel (der ja in Privatbesitz ist) theoretisch auch freigegeben werden. Manche Kirchen oder Museen verbieten Fotos vom Inneren der Gebäude.

Es macht ein Unterschied auf welcher Plattform du veröffentlichst. Anders als Facebook und Twitter die öffentlich publizieren, ist für Bilder auf WhatsApp, Signal und Telegram zum Beispiel in der Regel keine Einwilligung notwendig. Hier werden immer bestimmten Personenkreise angesprochen.

Plattformen zum Veröffentlichen deiner Fotos

Die einfachste Variante ist über Social Media. Diese bieten von Haus aus die notwendigen Funktionen die du brauchst, unterscheiden sich zum Teil jedoch sehr stark voneinander. Wenn YouTube den Fokus auf Video setzt, ist Instagram eher für Fotos gedacht und Facebook für Communities und Gruppen.

500px und Flickr setzen den Hauptpunkt auch auf Fotos, jedoch richten sich diese auch an Fotografen die hochauflösende Desktop-Fotos hinterlegen oder sehen wollen. Instagram hingegen speichert eine niedrige Bildauflösung und setzt den Fokus eher auf mobile Geräte.

https://www.instagram.com/p/BkSwZiJH5ag/

Hier einigen Erfahrungen zu den einzelnen Plattformen:

Facebook

Eine der besten Funktionen für Fotografen sind Facebook-Gruppen. Diese können öffentlich oder privat (mit Anmeldung) sein und richten sich einer Gruppe von Personen die ein bestimmtes Thema verfolgen. Es gibt zahlreiche nationale und internationale Foto-Gruppen denen du beitreten und in denen du deine Fotos publizieren kannst. Hier kannst du dir Feedback, Likes und Hinweise für deine Fotos holen.

Voraussetzung ist natürlich ein Facebook Account und damit haben einige ein Problem. Aus Gründen des Datenschutzes und der Privatsphäre bin ich kein großer Freund von Facebook aber ein Fan von Facebook Gruppen. Durch die große Reichweite und gute Funktionen funktionieren diese extrem gut.

Instagram

Instagram ist immer noch ein großer Hype, auch wenn dieser langsam zu verblassen scheint. Viel zu viel werden im Moment Themen wie VanLife und Travel nachgeahmt (meiner Meinung nach). Trotzdem sind viele Profile auf Instagram ein Schmaus für das Auge. Ich stehe total auf die Idee eines Portfolio in dem die einzelnen Bilder nicht nur farblich, sondern auch von den Themen und Motive aufeinander abgestimmt sind.

Das bringt einen gewissen Zwang mit, sich mit seinen Fotos vor dem veröffentlichen auseinanderzusetzen, sie auszusuchen, sie zu bearbeiten. Dabei muss nicht unbedingt teure Software eingesetzt werden denn Instagram bietet auch ein Modul zur Fotobearbeitung.

Instagram Bilder können in einem 1:1 (Quadrat) oder 4:5 Format (das Instagram-Hochformat) gespeichert werden. Dieses musst du schon bei der Fotoaufnahme berücksichtigen weil sich dafür eher Bilder in Hochformat eignen. Ein 4:5 Format ixt sehr zu emfpehlen weil dieses auf dem Handy mehr Bildschirm füllen kann.

Pinterest

Pinterest ist eine meiner absoluten Favoriten. In Gegensatz zu Facebook & Co. Ist Pinterest eigentlich eine ziemlich coole visuelle Suchmaschine. Es bietet zwar auch Funktionen wie Kommentare, Likes, aber der Hauptfokus ist das Suchen und das Speichern in Boards. Mit den Boards kannst du quasi deine Favoriten organisieren sodass du sie schnell wieder finden kannst.

Da Pinterest eine visuelle Plattform ist, eignet sie sich neben Rezepte, Design Ideen oder DIY’s sehr gut auch für Fotos. Ich liebe es abends auf der Couch in Pinterest nach Foto-Ideen zu suchen, sie zu speichern und immer wieder sie anzuschauen.

In Pinterest kannst du Bilder in allen Formate speichern, aber charakteristisch für Pinterest sind hohe Bilder. 1:2 oder 1:3 sind keine Seltenheit. Wenn du eine Internetseite besitzt, kannst du deine Bilder damit verlinken.

WhatsApp und Signal

Diese Applikationen sind sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch massiv beim Thema Datenschutz. Wenn WhatsApp amerikanisch ist und zu Facebook gehört, ist Signal eine deutsche App und behandelt die Informationen nach Europäischen Gesetzen. Hinzu kommt das die Verschlüsselung bei Signal besser ist. Signal gilt als der sicherste Massenger und hat einen sehr guten Ruf vor allem beim Thema Privatsphäre.

500px und Flickr

Mein Favorit zwischen den Foto Communities! 500px hat in den letzten Jahren seine Lizenzstrategie geändert und verlangt inzwischen für einige Funktionalitäten Geld, dafür sind die Fotos und die Fotografen gefühlt viel besser als bei Flickr. Irgendwie ist das 500px das “Capture One” und das Flickr das “Lightroom” für mich. Das eine ist etwas professioneller und das andere etwas bekannter.

EyeEM

Eine “coole” Berliner Plattform auf der man auch Fotos verkaufen kann. Viele Bilder sind in “matte style” oder erinnern vom Style an Instagram nur meistens in Querformat. Die Plattform ist fresh und locker, richtet sich eher weniger traditioneller Fotografie.

Eigene Internetseite und Blog

Eine eigene Internetseite ist nicht schwer einzurichten. Anbieter wie Wix, Squarespace oder WordPress bieten ganz gute Möglichkeiten auch mit wenig Klicks eine ansprechende Internetseite zu erstellen. Für Fotografen hat sich Squarespace durchgesetzt weil es ein schönes schlichtes Design bietet. Auch der Support und die Verwaltung der Webseite sind empfehlenswert. Wix hingegen setzt auf einer der besten Drag & Drop Editoren und bringen von Haus aus viele Vorlagen mit. Preislich ist Wix auch attraktiv.

Meine Favorit ist immer noch WordPress weil es die besseren Funktionen und Anpassungen bietet. Du kannst zwischen tausende Themen und Plugins wählen und du kannst deine Webseite in jede Dimension skalieren. Für eine einfache Internetseite kannst du jedoch jede dieser Möglichkeiten einsetzen.

Die komplexere Variante einer Internetseite ist ein Blog. Hier kannst du Artikel zu einem speziellen Thema schreiben mit denen du in Google ranken kannst und damit eigene Besucher auf deine Seite bringen. In deinen Blog-Artikel kannst du dann deine Fotos präsentieren. Einen erfolgreichen Blog zu betreiben ist jedoch aufwendig und nimmt viel Zeit in Anspruch.

Für mich ist mein Blog ein Lebensprojekt, ein persönliche Erklärung dranzubleiben um “jeden Tag etwas neues zu lernen”. Durch meine Artikel recherchiere ich, lerne ich und reflektiere über einzelne Themen der Fotografie.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.