Wie kann ich eine Kamera vor Regen schützen?

Wem schon mal die Kamera unter Wasser gekommen ist der weiß, dass das für das Gerät und dessen Elektronik nicht gut ist. Im schlimmsten Fall ist die Kamera oder das Objektiv komplett kaputt. Zwar sind aktuelle Kameras vermehrt spritzwassergeschützt, aber wie lange sie das aushält ist vom Modell zu Model unterschiedlich. Vorbeugen ist daher in manchen Situationen sehr wichtig und da ich sehr gerne bei Regen und Schnee fotografiere habe ich mich tatsächlich gefragt, wie ich meine Kamera vor Regen schützen kann. Dieses Thema habe ich mir im Detail angeschaut und hier in einem Artikel zusammengefasst damit auch du deine Kamera vor Regen schützen kannst.

Wie kann ich meine Kamera vor Regen schützen? Der effektivste Weg eine Kamera vor Regen zu schützen ist sie mit einer speziellen Regenschutzhülle abzudecken oder einzupacken. Auch wenn Kameras spritzwassergeschützt sind und einiges vertragen, sollten Kamera und Objektive sowohl beim Fotografieren als auch beim Transport trocken gehalten werden. Alternativ kann ein Regenschirm oder eine Plastikfolie genutzt werden, diese sind jedoch nur provisorische Lösungen.

Um diese Produkte jedoch optimal einzusetzen, sollten einige Punkte beachtet werden und einige Tricks bekannt sein, auf die ich detaillierter eingehen werde. Auch unterscheiden sich diese in der Handhabung und Qualität die sich letztendlich auf den fotografischen Prozess auswirken.

Die platzsparende Kamera Regenschutzhülle

Regenschutzhüllen für Kameras sind speziell für den Einsatz von Kamera und Objektiv bei Regen gedacht. Die ganze Konstruktion ist darauf ausgerichtet, um möglichst guten Schutz zu bieten. Bei der großen Auswahl an Varianten auf dem Markt gelingt das von gut bis sehr gut.

Bei den Regenschutzhüllen oder -kappen sind ein paar wichtige Punkte zu beachten.

Die Befestigung am Objektiv ist wichtig

Der Sinn eine Regenschutzhülle ist die Kamera und das Objektiv trocken zu halten. Die Kamera kann relativ einfach geschützt werden, indem sie von oben mit einer Hülle komplett abdeckt wird. Beim Objektiv ist es etwas komplizierter weil, die Frontlinse zum fotografieren offen sein muss. Hinzu kommt, dass die meisten Zoomobjektive sich in der Länge verschieben und so die Hülle flexibel sein muss.

Gute Hüllen werden mit einem stabilen Klettverschluss an das Objektiv oder besser an die Sonnenblende des Objektivs befestigt. Dieses verhindert das Eindringen des Wassers in das Objektiv. Das ist nicht nur für die Linsen ganz wichtig, sondern auch für die Elektronik die heutzutage im Objektiv sehr oft und viel verbaut wird.

Günstige Hüllen jedoch werden mit einer Schnur auf das Objektiv zusammengezogen. Es gibt damit gleich zwei Nachteile:

  • das Wasser kann leicht eindringen
  • die Konstruktion hält nicht lange

Das Material und die Verarbeitung sind wichtig

Günstige Hüllen sind aus billigem Kunststoff, meist eine dickere Folie. Teurere Schutzhüllen sind aus imprägniertem Material. Wichtig ist dabei, dass auch die Nähte gegen Regen imprägniert sind. Meist schützen gute Regenhüllen Kameras auch gegen Staub und erfüllen somit eine Doppelfunktion.

Zum Thema Kamera gegen Sand und Staub schützen habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Wie viel sollte eine Regenschutzhülle kosten?

Regenschutzhüllen gibt es für einen Preis von unter 2€ bis über 500€ für den professionellen Einsatz. Abhängig vom Einsatzbereich und Ansprüche hast du eine große Auswahl. Für uns Hobbyfotografen empfehle ich eine Regenschutzhülle, die im Bereich von ca. 30-50€ liegt. Da findest du zum Teil wirklich gute Produkte. Für professionelle Ansprüche gibt es zum Beispiel von Think Tank ein Regencover für große Teleobjektive, welches über 400€ kostet.

Eine günstige Regenschutzhülle findest du hier. Sie hat eine durchsichtige Folie für das Display und die Kamera kann von beiden Seiten bedient werden. Sie eignet sich auch für größere Spiegelreflex-Kameras. Schick ist sie jedoch nicht.

Wer etwas mehr ausgeben möchte kann sich eine Regenschutzhülle wie dieser hier vom kalifornischen Hersteller Think Tank. Diese Regencovers gibt es in verschiedenen Größen (medium unde large), abhängig von der Kameragröße inklusive Objektiv. Das Regencover kann schnell über die Kamera gespannt und am Objektiv mit Klettverschluss befestigt werden und sitzt stabil auch bei Wind. Die Nähte sind gegen Regen und Staub imprägniert.

Think Tank Regenschutzhülle – Test

Fazit: Wer öfters im Regen fotografiert der sollte sich eine vernünftige Regenschutzhülle für seine Kamera kaufen. Insbesondere, wenn die Objektive nicht spritzwassergeschützt sind. 30-40€ mehr ausgeben lohnen sich über die Jahre dann sowieso. Wer eine Regenschutzhülle einfach mal ausprobieren möchte, der kann gerne auch eine günstige kaufen, landet aber oft wieder bei den besseren.

Ein Regenschirm schützt das gesamte Fotoequipment und dich

Wer gerne auch selber trocken bleiben möchte, der kann sich und seine Kamera auch mit einem Regenschirm schützen. Aber, ein Regenschirm schränkt sehr stark ein, indem er immer eine Hand besetzt hält. OK, es gibt spezielle Regenschirmhalter, mit denen der Regenschirm ans Stativ befestigt werden kann, jedoch müssen diese immer mitgenommen und aufgeschraubt werden.

Um beide Hände für das Fotografieren freigehalten werden können ist jedoch immer ein Stativ notwendig. Hinzu kommt, dass ein Regenschirm samt Halter und Stativ ein großes Packvolumen und -gewicht hat. Bei den Kosten spart man sich auch nicht viel im Vergleich zu einer guten Regenschutzhülle.

Fazit: Wer gerade mit dem Auto unterwegs ist und spontan fotografieren möchte, der kann gerne auch mal den Regenschirm nutzen (Voraussetzung ist, dass Kamera und Schirm im Auto sind :)). Als generelle Lösung zum Schutz der Kamera gegen Regen ist dieser jedoch nicht zu empfehlen.

Eine Plastikfolie schützt nur provisorisch

Einen Regenschutz für die Kamera muss nicht unbedingt gekauft werden. Eigentlich kannst du einfach eine Plastiktüte oder -folie die du gerade bei Hand hast nehmen und die Kamera samt Objektiv damit verpacken. Frontlinse, Bedienelemente und Display sollten allerdings offen sein.

Dafür muss die Folie geschnitten werden und mit Gummi oder Tesa versuchen es an den Rändern möglichst dicht abzuschließen. Das gelingt allerdings nur bedingt und ist für nicht spritzwassergeschützte Kamera oder Objektive nicht zu empfehlen.

Um die Folie vor allem bei Wind am Objektiv relativ stabil zu befestigen, kannst du auch die Sonnenschutzblende nutzen, indem du die Folie dazwischen verschraubt. Doch nicht bei allen Objektive funktioniert das gut und je nach Stabilität der Folie kann sie auch reißen.

Was mich allerdings bei Plastikfolien stört ist, dass diese nicht umweltfreundlich und vor allem nicht nachhaltig sind. Sie halten in der Regel nur einen Einsatz aus und müssen danach weggeschmissen werden.

Fazit: Plastikfolien sind nur für den Notfall zu empfehlen. Sie halten nicht lange, sind umweltfreundlich und nicht nachhaltig. Dazu kommt, dass sie bei Wind oder in extremen Situationen nicht immer helfen.

Ein UV-Filter schützt nur die Frontlinse, wenn überhaupt

Der Sinn eines UV-Filters ist für mich allgemein sehr fraglich. In meinem Artikel: Was bringt ein UV-Filter? gehe ich diesem Thema auf dem Zahn.

Ein UV-Filter schützt maximal die Frontlinse, wenn überhaupt. Was soll er denn schützen? Tropfen bleiben am Filter genauso wie an der Frontlinse hängen und stören im Bild. Der Schraubverschluss hält ohne eine Dichtung kein Wasser davon ab.

Gleichzeitig bietet er für Kamera und Objektiv keinen Schutz. Deshalb kann ich generell den Einsatz eines UV-Filters nicht empfehlen.

Kameratasche oder Fotorucksack schützen beim Transport

Wenn Kamera und Objektive bei Regen transportiert werden dann sollten sie vor Nässe geschützt werden. Ob du einen Kameratasche oder einen Fotorucksack nutzt, ist eine persönliche Entscheidung, wichtig ist das sie bei Regen das Equipment gut trocken halten.

Für Fototaschen oder Fotorucksäcke gibt es Regenschutzhüllen die meistens in einer kompakten Form dabei sind. Alternativ können auch wasserdichte Taschen genutzt werden. Wer gerade überlegt sich einen Fotorucksack zu kaufen, dem kann ich einen Artikel nahe bringen in dem ich 5 Empfehlungen für Fotorucksäcke für verschiedene Einsatzzwecke gebe.

Ich besitze einen praktischen Fotorucksack, den ich nicht ablegen muss, wenn ich die Kamera benutzen möchte. Er hat eine integrierte Fototasche die sich um 180 Grad drehen lässt um so mit beiden Händen die Kamera rausholen und einpacken kann. Selbst bei Regen mit Regenhaube funktioniert das sehr gut und kann ich wirklich empfehlen.

Ein amerikanisches unternehmen hat dieses System konstruiert und baut es in verschiedene Rucksäcke ein. Ich habe den Mindshift Gear Rotation180 Panorama.

Wer seine Kamera auf der Schulter trägt, der kann sie mit der oben erwähnten Regenschutzhülle von Think Tank für Kamera und Objektiv vor Regen schützen. Dieses Cover hängt praktisch über die Kamera und schützt sie auch, wenn sie am Kameragurt hängt.

Verwandte Fragen:

Wie kann ich einen Blitz vor Regen schützen?

Es gibt vielleicht Situationen, in denen du draußen mit Blitz brauchst. Ein Familienfoto im Winter, ein schönes Porträtbild von deinem Schatz oder spielende Kinder. Bei Regen oder Schnee kannst du den Blitz am besten mit einer weißen Plastiktüte abdecken und mit einem Gummiband oder Tesa unten dicht verschließen. Die weiße Plastiktüte oder -folie schützt nicht nur vor Nässe, sie funktioniert gleichzeitig als Diffusor.

Warum sollte man bei Regen fotografieren?

Sonnenuntergang mit Gewitterwolken in Muenchen
Sonnenuntergang mit Gewitterwolken in Muenchen

Wer noch nicht bei Regen fotografiert hat, der sollte es unbedingt zumindest ausprobieren. Es dürfte schon bekannt sein dass ein bewölkter Himmel die beste natürliche Lichtqualität liefert. Das Licht ist sehr soft und wirkt sich angenehm in der Schatten aus. Landschaftsfotografen aber auch daylight Porträtfotografen nutzen diese riesige natürliche Softbox (wie ein bewölkter Himmel auch noch genannt wird) um angenehme gleichmäßig belichtete Fotos zu bekommen.

Bei leichtem Regen haben Fotos einen ganz besonderen Scharm. Sie erzählen oft eine Geschichte und sind damit interessanter für den Betrachter. Da die Luft bei Regen gereinigt wird, sind die Fotos auch noch gestochen scharf.

Manche Fotografen fotografieren vorwiegend nur bei Regen.

Volker Rastel

Hi, mein Name ist Volker Rastel! Ehemann / Vater / IT-Manager. Vor einigen Jahren habe ich die Faszination der Fotografie entdeckt. Diese wurde zur Leidenschaft, insbesondere die Landschafts- und Naturfotografie aber auch die Architektur- und die Makrofotografie. volkerrastel.de ist für mich ein sehr wichtiges persönliches Projekt, in dem ich das zurückgeben möchte was ich über die Jahre selbst bekommen habe. Mein ganzes Wissen und meine Erfahrungen möchte ich hier zusammenzufassen, um sie mit euch zu teilen.

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