2 Objektive die du am Anfang brauchst, und 3 erst später

Volker RastelFotoausrüstung, Fotografieren12 Kommentare Aktualisiert: 04.12.2018

2 Objektive die du am Anfang brauchst, und 3 später
2 Objektive die du am Anfang brauchst, und 3 später
2 Objektive die du am Anfang brauchst, und 3 später

Welche Objektive brauchst du?

Welche Objektive brauchst du vor allem anfangs? Was können sie und für welchen Zweck können sie eingesetzt werden?

Welche Kategorien gibt es und welche sind die Einsatzbereiche? Welches waren die ersten Objektive und wie kam es zu den heutigen Hightech Objektive von heute?

 

Zwei Objektive die ich für den Start empfehlen kann

Eine pauschale Empfehlung kann nicht gemacht werden, ohne die Umstände zu kennen. Alle Objektive haben eine Daseinsberechtigung und ihr Einsatz wird durch die verschiedenen Anforderungen bestimmt. Mit Objektiven sammelt man vielleicht ein Leben lang Erfahrungen.

Es gibt eine sehr große Auswahl an Objektiven auf dem Markt und ständig kommen neue hinzu. Manchmal, steht auch mal ein kompletter Systemwechsel an.

Anfängern möchte ich 2 Objektiv-Typen empfehlen die nicht nur am Anfang sondern auch später Spaß machen werden.

 

1. Statt dem normalen Kit-Objektiv ein besseres Standard-Zoom.

Welche Objektive sollte man haben
Zoom Objektiv Sony SEL-P18105G G Powerzoom-Objektiv
(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv und Nissin i40 Blitz)

Bei meinem Sony Systemeinstieg (damals noch A-Mount) habe ich mir ein Sigma 17-70 F2.8-4 Makro Objektiv gekauft. Mit dem Umstieg auf Sony E-Mount habe ich mir ein Sony 18-105 F4 gekauft. Diese Zooms decken mehr Brennweite ab, sind lichtstärker und haben eine bessere Nahgrenze. Die Bezeichnung Makro bedeutet hier, dass die Nahgrenze klein ist, sie sind aber keine Makro-Objektive. Auch wenn du deine Ausrüstung erweiterst, bleibt ein gutes Zoom in der Regel immer im Einsatz.

Hochwertigere Kameras wie zum Beispiel die Sony a6500 oder Olympus OM-D E-M1 haben schon gute Kitobjektive mit dabei, allerdings kosten diese Pakete auch viel mehr.

 

2. Eine Festbrennweite

Ein 50mm f1,8 z. B.: findest du bei den meisten Herstellern sehr günstig. Ein Canon 50 mm F 1.8 kostet um die 100 € und ist eine Anschaffung lohnenswert. Damit entdeckst du die Welt der lichtstarken Objektive.

Es darf auch gerne ein 35 mm wenn du eher einen weiteren Winkel bevorzugst oder ein 85 mm für ein schönes Freistellen bei Porträts sein. Aber diese sind in der Regel teurer. Du musst bedenken, dass ein 50 mm Objektiv auf einer APS-C Kamera je nach Crop-Faktor umgerechnet auf 75 mm bzw. 80mm kommt, also ein tolles Porträt-Objektiv.

 

Drei Objektive die du später kaufen kannst

Grundsätzlich solltest du die Objektive der Reihe nach kaufen. So schaffst du es, dich voll auf das eine zu konzentrieren und es zu genießen, es richtig kennenzulernen.

Bearbeite die Fotos in dieser Zeit, wenn möglich auf einem hochauflösendem 2k oder besser 4k Monitor. So kannst du die Qualität am besten beurteilen (Bildschärfe, Verzerrungen, chromatische Aberrationen).

Beschäftige dich dann auch intensiv mit dem Fotografiebereich für den das Objektiv ausgelegt ist.

 

3. Ein Tele-Objektiv

Gute lichtstarke Teleobjektive sind nicht günstig. Deshalb wirst du da vermutlich klein anfangen müssen. Ein lichtschwaches 55–210 mm oder 70–200 mm reicht am Anfang.

Bei Superzooms z.B.: 18–200 mm muss man aufgrund der aufwendigen Konstruktion bei der Bild-Qualität Kompromisse machen. Sie sind oft lichtschwach, weniger scharf und verzerren manchmal.

Auf einem guten Monitor siehst du den Unterschied. Trotz hoher Flexibilität habe ich keine Superzooms im Einsatz.

 

4. Ein Weitwinkel Objektiv

Für Landschaft- und Architekturfotografie kann ich dir für später auch ein Ultra-Weitwinkel empfehlen. Stattdessen kannst du anfangs auch Panorama Stitching (das bedeutet mehrere einzelne Fotos „zusammennähen“) mit Hugin testen, das macht Spaß.

 

5. Ein Makro Objektiv

Makro Objektive machen richtig Spass. Du wirst eine neue Welt entdecken, eine die du nicht richtig kennst. Wenn du die Pollen als schöne große Kugeln sehen kannst dann ist das cool.

Makro Objektive sind nicht preisgünstig, können aber fast immer auch als Normal- oder Tele-Objektiv verwendet werden. Das Canon 100 F2.8 (hier Preise prüfen) zum Beispiel gefällt mir sehr gut.

PS: die Anschaffungs-Reihenfolge, bleibt natürlich dir überlassen und hängt von deinen Vorlieben ab. Ich habe genau in dieser Reihenfolge begonnen.

Um die richtige Auswahl zu treffen ist es wichtig die verschiedenen Arten von Objektive, ihre Einsatzbereiche und die Vor- und Nachteile zu verstehen.

 

Die Entwicklung der Objektive

Anfangs gab es gar kein Glas!

Sondern, ein kleines Loch in der Camera Obscura. Durch dieses Loch wurde das Bild auf eine Mattscheibe oder Tischplatte projiziert und daraus wurden realistische Zeichnungen angefertigt. Zu dieser Zeit gab es natürlich auch keine richtige Kamera. Diese wurde erst später aus der Camera Obscura entwickelt. Später erst, im 17-ten Jahrhundert wurden Glaslinsen eingesetzt. Diese Technik ist heute noch die Basis aller heutigen Objektive.

In den Anfangsjahren wurden achromatische Objektive mit einfachen Linsen genutzt die allerdings nur bei einer niedrigen Blende scharfe Bilder ermöglichten. 1840 wurde das Petzvalobjektiv erfunden, ein lichtstarkes Objektiv als Doppellinsensystem welches in der Porträt-Fotografie zum Einsatz kam.

Es folgten:

  • Linsen-Triplets
  • Doppelobjektive
  • vier Linsengruppen
  • Linsen mit Antireflexionsschichten
  • spezielle Objektivkonstruktionen
  • 1932, das erste Zoom Objektiv (das Bell and Howell Cooke „Varo“ 40–120 mm)
  • hochwertigen Standardzoomobjektive
  • und seit einigen Jahren Objektive mit elektronisch gesteuerter Blende, Fokus, Stabilisierung oder auch Brennweite

Heutige Objektive sind wirkliche Hightech Produkte die in den unterschiedlichsten Situationen abhängig vom Einsatzbereich großartige Ergebnisse liefern.

Im Laufe der Jahre setzten sich einige wichtige Objektiv-Kategorien durch:

  • Festbrennweiten und Zoom-Objektive
  • lichtstarke und lichtschwache Objektive
  • Weitwinkel-, Normal- und Tele-Objektive
  • Fischaugen-, Makro und Spezial-Objektive

 

a. Festbrennweiten und Zoom-Objektive

Mit der Erfindung der Zoom-Objektive im Jahre 1928 brachte Hugh Ivan Gramatzki eine neue Kategorisierung der Objektive die heute noch für die Auswahl der Objektive ausschlaggebend ist.

Festbrennweiten

Festbrennweiten-Objektive sind, wie der Name schon sagt, Objektive mit einer festen Brennweite.

Welche Objektive sollte man haben
Festbrennweiten-Objektiv 50mm

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

 

Was sind die Eigenschaften von Festbrennweiten-Objektiven?

Im Vergleich zum Zoomobjektiv sind Festbrennweiten-Objektive einfacher und günstiger zu entwickeln und zu produzieren. Sie haben in der Regel ein besseres Auflösungsvermögen, eine bessere Abbildungsleistung und sind lichtstärker.

Das hat dazu beigetragen, dass die Festbrennweiten-Objektive sich bei professionellen Fotografen stärker durchgesetzt haben. Sie werden professionellen Ansprüchen eher gerecht als Zoomobjektive, deren Stärke besonders in der Flexibilität liegt. Wie schon erwähnt, kann mit Festbrennweiten nicht gezoomt werden. Hier muss der Fotograf die Nähe oder Weite zum Motiv sich „mit den Füßen“ erlaufen.

Festbrennweiten gibt es in verschiedenen Brennweiten und je nach Einsatzbereich oder gewünschtem Effekt kommen sie gezielt zum Einsatz. So sieht ein Porträt aufgenommen mit einer höheren Brennweite ganz angenehm aus, wohingegen die Aufnahme mit einer kleineren Brennweite der Kopf proportional zu groß dargestellt wird.

Wer nur Festbrennweiten einsetzt, muss unter Umständen mehrere Objektive besitzen. Hierzu gibt es Größen wie z. B.: 12 mm, 50 mm, 85 mm.

 

Wo können die Festbrennweiten eingesetzt werden?

Festbrennweiten-Objektive werden gerne in der Porträtfotografie, Werbe- und Produktfotografie eingesetzt, um die meist höheren Ansprüche bezüglich der Qualität gerecht zu werden.

Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen, zum Beispiel bei Konzerten, Veranstaltungen, Sporthallen, in dunklen Gebäuden, aber auch in der Astrofotografie sind Festbrennweiten mit hoher Blenden beliebt, weil dadurch Verwacklungen und Bild-Rauschen reduziert werden können.

 

Zoom-Objektive

Ein Zoomobjektiv oder kurz Zoom ist ein Objektiv mit einer variabler Brennweite.

Welche Objektive sollte man haben
Teleobjektiv Canon 70-300

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

 

Was sind die Eigenschaften der Zoom-Objektive?

Zoomobjektive sind eine kostengünstige und gewichtssparende Alternative zu einem Satz von Objektiven mit fester Brennweite. Beim Zoomen wird die Brennweite, somit der Aufnahmewinkel und damit der Bildausschnitt verkleinert oder vergrößert.

Die Aufnahmeperspektive bleibt jedoch erhalten und das wirkt sich vor allem im Hintergrund in Vergleich zu Festbrennweiten unterschiedlich aus. Man kann den Unterschied ganz deutlich beim Filmen sehen, wenn Zoom und eine Kamerafahrt verglichen werden.

Zooms die den Weitwinkel-Bereich bis hin zum leichten Telebereich (z. B.: 18-55 mm) abdecken, gehören oft, als Kit-Objektive, zur Grundausstattung einer Kamera und werden Standard-Zooms genannt.

In der unteren und oberen Brennweitenskala finden wir die Weitwinkel-Zooms (z. B.: 10-18 mm) bzw. die Tele-Zooms (z. B.: 70-200 mm). Objektive die einen größeren Bereich (z. B.: 18-200 mm) abdecken werden als Superzooms bezeichnet.

Zoom-Objektive sind nicht einfach zu bauen und stellen immer einen ein Kompromiss zwischen Qualität, Größe und Preis dar. Sie fangen in der unteren Blendenskala oft bei 3,5 oder höher an, wohingegen die Festbrennweiten Objektive nicht selten bei 1,4 oder gar 1,2 starten.

Allgemein kann man sagen, dass je größer der Brennweitenbereich ist, umso schwächer sind Zooms über alle Bereiche hinweg. Die Schärfe lässt nach, sichtbare Verzerrungen treten auf und sie sind zudem meist lichtschwach. Deshalb ersetzen die Zoomobjektive niemals Festbrennweiten Objektive, sie ergänzen sie.

Zusammengefasst: Zoom-Objektive bestehen aus bedeutend mehr Linsen(gruppen) als Festbrennweiten-Objektive. Dadurch, dass das Licht nun mehrere Linsen(hindernisse) durchdringen muß verliert es am Ende an Intensität – das Objektiv ist lichtschwächer als das einfachere Festbrennweiten-Objektiv.

 

Wo kommen Zoom-Objektive am besten zum Einsatz?

Auf Reisen, Städtetouren, im Urlaub sind Zoomobjektive sehr beliebt. Sie sparen Gewicht, Volumen und das ständige Wechseln der Objektive.

 

b. Lichtstarke und lichtschwache Objektive

 

Lichtstarke Objektive

Gelangt eine hohe Lichstärke auf dem Sensor, so sprechen wir von lichtstarken Objektive. Eine hohe Lichtstärke bedeutet ein kleiner Blenden-Wert (kleiner Blendenwert = große Blendenöffnung = mehr Licht).

Welche Objektive sollte man haben
Lichtstarkes Objektiv – Canon 50 F1.4

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

 

Warum lichtstarke Objektive?

Bei lichtstarken Objektiven kommt mehr Licht auf den Sensor und ermöglichen kürzere Belichtungszeiten oder ein geringeres Rauschen durch Verwendung einer geringeren ISO-Einstellung.

Gleichzeitig wird der Schärfentiefenbereich verringert was zu einem besseren Freistellen der Motive oder eine künstlerische Darstellung von Objekten führt. Sie sind allerdings größer, schwerer und teurer als vergleichbare lichtschwachen Objektive. Typische Blenden-Werte sind: 1,8 / 1;4 oder 1,2

 

Wo sind lichtstarken Objektive geeignet?

In der Porträt- und Produktfotografie sind lichtstarke Objektive sehr beliebt. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen oder bei stark bewegten Motiven (z. B.: in der Sportfotografie, Astrofotografie) werden sie eingesetzt um Verschlusszeiten, Verwacklungen oder Rauschen zu reduzieren.

 

Lichtschwache Objektive

Lichtschwach sind Objektive mit einer niedrigen Lichtstärke. Hier sprechen wir von einem hohen Blenden-Wert.

Welche Objektive sollte man haben
Lichtschwaches Objektiv – Sony 55-210mm

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

 

Welches sind die Eigenschaften von lichtschwachen Objektiven?

Lichtschwache Objektive haben die Eigenschaft, dass wenig Licht auf den Sensor kommt und so, für ein optimales Bild, die Belichtungszeit und/oder der ISO-Wert erhöht werden müssen. Sie kommen oft als Zoom oder Teleobjektive vor. Kit Objektive sind hier die besten Beispiele. Typische Blenden-Werte sind: 3,5 / 5,6 oder 6,3

 

Wo sind lichtschwachen Objektive geeignet?

Die Landschaftsfotografie oder die Langzeitfotografie sind Gebiete, bei denen eine niedrige Blende verwendet wird. Die dadurch erreichte größere Tiefenschärfe führt zu einem durchgehend scharfen Bild. In der Regel wird hier mit einem Stativ gearbeitet, eine hohe Lichtstärke ist hier nicht relevant. Bei guten Lichtverhältnissen können lichtschwache Objektive in den meisten Bereichen genutzt werden.

 

c. Weitwinkel- Normal- und Tele-Objektive

 

Normal-Objektive

Ein Normalobjektiv bildet den normalen Blickwinkel des menschlichen Auges ab. Für diesen Blickwinkel werden Werte zwischen 40° und 55° angegeben und hängen von der Bildgröße/Sensorgröße ab. So ist die normale Brennweite für das Kleinbildformat 43,3 mm.

Eigenschaften von normal-Objektiven

Normal Objektive haben einen einfacheren optischen Aufbau und bieten deshalb oft ein gutes Preis- Leistungsverhältnis. Typische Brennweiten für das Kleinbildformat sind: 35 mm, 50 mm oder auch 60 mm

Anwendungsbereiche von normal-Objektiven

Normal-Objektive werden in der Porträt-, Produkt-, Sportfotografie eingesetzt, da wo ein normaler Blickwinkel abgebildet werden muss.

 

Weitwinkel-Objektive

Objektive die eine kleinerer Brennweite und damit einen größeren Bildwinkel als Normal Objektive haben werden in der Fotografie als Weitwinkelobjektive bezeichnet.

Welche Objektive sollte man haben
Weitwinkelobjektiv Sony 10-18 mm F4

(Aufgenommen mitSony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv und Nissin i40 Blitz)

Eigenschaften von Weitwinkel-Objektiven

Mit einem Weitwinkelobjektive kann nahe an das Motiv herangegangen werden. Verstärkt durch den weiten Winkel wird dem Betrachter das Gefühl vermittelt mitten im Geschehen zu stehen.

Zwischen Vordergrund und Hintergrund entstehen große Distanzverhältnisse, Objekte im Vordergrund wirken groß und solche im Hintergrund klein. Neben den „normalen“ Weitwinkelobjektiven (z. B.: 28 mm) gibt es noch die Superweitwinkel (z. B.: 17 mm) und die Extremweitwinkel (beispielweise ein 12 mm oder ein 10–18 mm).

Anwendungsbereiche von Weitwinkel-Objektiven

Weitwinkelobjektive werden zwangsweise in engen Räume oder Gassen genutzt um ein Motiv vollständig abbilden zu können. In der Landschaft- und Architekturfotografie sind sie unverzichtbar um z. B. um die Weite einer Landschaft oder einer Stadt darzustellen. Auch in der Sportfotografie kommen sie immer öfters zum Einsatz, um eine überproportionale Perspektiven beim Radsport oder Skateboarder zu bekommen.

 

Tele-Objektive

Objektive mit einer größeren Brennweite und damit einem kleineren Bildwinkel als Normal Objektive sind die Teleobjektive. Solche mit einer großen oder sehr großen Brennweite werden als Fern-Objektive bzw. Teleskope bezeichnet.

Welche Objektive sollte man haben
Teleobjektiv 55-210 mm, F4.5-6.3 

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv und Nissin i40 Blitz)

Eigenschaften von Tele-Objektiven

Bei großen Distanzen kann ein Teleobjektiv das Motiv größer abbilden und so diese Distanz überbrücken. Selbst bei einer kleineren Blende ist die Schärfentiefe gering und erlaubt ein gutes Freistellen der Motive. Auch der Hintergrund wird größer dargestellt.

So lassen sich störende Hintergrundelemente durch eine kleine Standortverschiebung eliminieren. Mit zunehmender Brennweite oder Blende werden Teleobjektive größer, schwerer und teurer. Auch die Handhabung wird schwieriger, und ein schweres Stativ und eine Bildstabilisierung sind dann notwendig.

Anwendungsbereiche von Tele-Objektiven

In der Sportfotografie, am Rande des Feldes, oder in der Tierfotografie, sicher aus dem Auto, sind Teleobjektive unbedingt erforderlich. Auch in der Landschafts- oder Architekturfotografie kommen sie oft zum Einsatz, um Bildausschnitte im Detail darzustellen. Durch die geringe Schärfentiefe sind sie auch in der Porträtfotografie begehrt.

d. Fischaugen-, Makro- und Spezial-Objektive

Fischaugen-Objektive

Fischaugenobjektive sind extreme Weitwinkelobjektive deren Aufnahmewinkel eine Halbkugel oder mehr erfassen.

Welche Objektive sollte man haben
Fischaugenobjektiv – Platzhalter
(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

Eigenschaften von Fischaugen-Objektiven

Der  große Aufnahmewinkel führt zu deutlichen Verzerrungen, die charakteristisch für den typischen Fischaugen-Look sind. Nicht alle Motive sind für die Aufnahme mit einem Fischaugenobjektiv geeignet und diese Aufnahmen erfordern Erfahrung.

So müssen wesentliche Linien (z. B.: der Horizont) durch das Zentrum des Objektives laufen damit sie nicht gekrümmt werden. Strukturen die außerhalb des Zentrums liegen werden verbogen. Unterschieden werden Fischaugenobjektiv in: Format-füllende (z. B.: 15 mm) und nicht Format-füllende Objektive (z. B.: 8 mm)

Anwendungsbereiche von Fischaugen-Objektiven

Fischaugenobjektive waren in den 70-er Jahren modern, eine experimentelle Phase in der Fotografie. Heutzutage werden sie vorwiegend in der Astrofotografie eingesetzt, um den weiten Himmel abzubilden.

Wertvoll sind sie auch in der Unterwasserfotografie. Hier kann das Motiv von ganz nahe fotografiert werden, ohne auf das weite Umfeld zu verzichten. Hier fallen sogar die starken Fisheyes typischen Verzeichnungen nicht auf.

Makro-Objektive

Makro-Objektive sind Objektive, die im Nahbereich zum Einsatz kommen. Laut DIN deckt die Makrofotografie Abbildungsmaßstäbe: zwischen 10:1 bis 1:10.

Welche Objektive sollte man haben
Makroobjektiv Canon 100 F2.8

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

Eigenschaften von Makro-Objektiven

Makroobjektive erlauben dem Fotografen ganz nahe an das Motiv zu gehen. So erscheinen kleine Objekte format-füllend ganz groß im Bild.

Die Makrofotografie erfordert jedoch Geschicklichkeit und Geduld. Meist wird mit großer Blende und starkem Licht gearbeitet (z. B.: Blende 16 oder 22 und Blitz). Um Objektivschatten zu vermeiden sollte entfesselt geblitzt werden (seitlich direkt auf das Motiv) oder über den Einsatz eines Ringblitzes nachgedacht werden.

Anwendungsbereiche von Makro-Objektiven

Der Haupteinsatzbereich ist, wie der Name schon sagt, die Makrofotografie. Die Makro-Motiv-Welt ist sehr groß, schön und spannend ganz gleich, ob stille Objekte oder Kleinlebewesen. Einige Makro-Objektive jedoch sind sehr gut auch für die Porträt- oder für die Landschaftsfotografie geeignet.

Tilt und Shift-Objektive

T&S-Objektive, oder auch TS-Objektive sind Spezialobjektive welche das Verschieben (engl.: Shift) und das Verschwenken (engl.: Tilt) des Linsensystems gegenüber der Filmebene ermöglichen.

Welche Objektive sollte man haben
Tilt und Shift-Objektiv

(Aufgenommen mit: Sony Alpha 6000 Kamera, SEL50F18 Objektiv, Makroringe und Nissin i40 Blitz)

Eigenschaften von Tilt und Shift-Objektiven

Tilt und Schift-Objektive nehmen eine Sonderrolle unter den Festbrennweiten ein. Hier kann das Linsensystem gegenüber der Sensor-Ebene verschwenkt oder/und verschoben werden, um die Schärfe-Ebene gezielt zu erweitern oder stürzende Linien zu neutralisieren.

Anwendungsbereiche von Tilt und Shift-Objektiven

Sie werden insbesondere in der Architektur- und Landschaftsfotografie verwendet.

Zusammengefasst

Es gibt natürlich noch eine Reihe anderer Objektive die aber eher in Spezialfällen eingesetzt werden und ich hier nicht aufgelistet habe. Grundsätzlich kann gesagt werden:

  • Festbrennweiten und Zoom-Objektive sind eine perfekte Ergänzung. Wenn die Qualität einen hohen Stellenwert einnehmen muss, dann sollten Festbrennweiten eingesetzt werden. Ist hingegen die Flexibilität wichtig, dann sind Zooms die bessere Wahl.
  • Der Einsatz von lichtstarken oder lichtschwachen Objektive ist vor allem auch eine finanzielle Entscheidung. Standard-Bbrennweiten wie ein 50mm f1,4 sind günstig, doch vor allem bei hohen Brennweiten werden sie teuer.
  • Weitwinkel-, Normal- und Tele-Objektive ergänzen sich. Diese Unterteilung ist wichtig um eine Balance zwischen Flexibilität und Qualität zu haben. Alternativ kann auch ein Superzoom (z. B.: 18-200 mm) verwendet werden. Das sind richtige Allrounder, aber die meisten sind groß, schwer und liefern keine überzeugende Qualität
  • Fischaugen-, Makro, Tilt- und Shift und Spezial-Objektive sind nur für spezielle Situationen sinnvoll. Diese Objektive sind teilweise sehr teuer und lohnen sich eher in professionellen gewerblichen Einsätzen. Makro Objektive sind hier eine Ausnahme, diese machen früher oder später in fast jeder Fototasche Sinn.

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12 Comments on “2 Objektive die du am Anfang brauchst, und 3 erst später”

  1. Ein super Beitrag! Ich habe Recht früh das Tamron 17-50mm f2.8 ohne Stabi gekauft. Mittlerweile leistet es mir seit mehr als 7 Jahren beste Dienste. In Objektive investieren lohnt sich, weil sie erstens extrem langlebig sind und zweitens gebraucht auch ziemlich wertstabil. Anders als Gehäuse, die ziemlich stark fallen können. Gerade die hochwertigen Objektive kann man ohne großen Verlust wieder verkaufen, wenn man sie gebraucht angeschafft hat.

    1. Da hast du vollkommen Recht. Man konzentriert sich vor allem anfangs viel auf die Kamera und dessen Features. Mit der Zeit rücken jedoch die Objektive im Vordergrund und man baut dann auf oder tauscht sie langsam aus. Ein besseres Zoom bleibt aber meistens in der Tasche. 7 Jahre ist echt gut. Wenn ich kein Systemwechsel durchgeführt hätte, währe mein Sigma 17-70 f2.8 mit Sicherheit immer noch in meiner Tasche 🙂

  2. Hi,

    bei Canon darf das 50mm f/1.8 STM in keiner Fototasche fehlen. Das Kit Objektiv ist für den Anfang gut, die Festbrennweite eröffnet aber viele tolle neue Möglichkeiten in der Fotografie.

  3. Ich glaube das letzte mal als ich geguckt hatte kostete das Canon 50mm 1.8 noch 100Euro und nicht 1000Euro ein ansonsten sehr guter Artikel aber das könnte mann vielleicht noch optimiren 🙂

    1. Hallo Paul, ja das stimmt, hatte eine 0 zu viel getippt, was natürlich einen riesen Unterschied ausmacht 🙂
      Vielen Dank für deinen Hinweis und dein Feedback.

      Optimierungswünsche nehme ich sehr gerne an, es gibt viele Dinge die man nicht kennt und uns allen helfen können. Also gerne her damit 🙂

      Viele Grüße,
      Volker

  4. Hallo,
    ein insgesamt sehr gut geschriebener Beitrag!
    Mich hatte direkt der erste Punkt interessiert. Hier fehlen meiner Meinung nach aber noch ein paar Infos zum Cropfaktor. Handelt es sich um KB – Angaben oder muss ich noch mit 1,5/1,6 multiplizieren? Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen. danke.

    Mit freundlichem Gruß …
    Robert

    1. Hallo Robert,

      die Angaben für Brennweiten werden immer in mm angegeben. Und ja, du muss bei allen Sensoren die nicht dem Vollbildformat (oder Kleinbildformat aus der Analogfotografie) entsprechen einen sogenanten Cropfaktor hinzumultiplizieren. Abhängig vom Kamera-Sensor unterscheiden sich diese: bei den Sony/Nikon APS-C Sensoren beträgt dieser 1,5x, bei Canon 1,6x und bei Panasonic oder Olympus MFT 2,0. D.h. ein Objektiv mit 50mm Brennweite entspricht vom Bildausschnitt am Vollformat-Sensor einer Brennweite von 75mm bei Sony/Nikon, 80mm bei Canon und 100mm bei Panasonic/Olympus.

      Ich hoffe ich habe es vefrständlich beschrieben 🙂

      Hier findest du auch eine sehr schöne Erklärung mit Beispiele: https://neunzehn72.de/was-bedeutet-eigentlich-crop-faktor/

      Viele Grüße,
      Volker

  5. Sehr günstig finde ich 1000 Euro nicht für die Festbrennweite. Oder sollte das 100 Euro heißen?

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